Sonntagsgruß zu Quasimodogeniti

Liebe Mitarbeiter*innen und Gemeindeglieder,

liebe Konfis und Konfi-Eltern,

 

der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Diesen Ostergruß darf man sich auch nach dem Osterfest zurufen (über das Telefon oder den Bildschirm oder über die Straße), mailen, schreiben. Noch bis Pfingsten dauert die Osterzeit.

Mit Spannung haben alle das Ende der Osterferien erwartet. Aber auch wenn es, was die Schule und auch den Einzelhandel angeht, jetzt Lockerungen in der Kontaktsperre gibt, bedeutet es für die Kirchengemeinde erstmal: Alles bleibt anders.

 

Der Kindergarten bleibt weiterhin geschlossen, noch mindestens bis zum 3. Mai. Gleiches gilt für unsere Kirche – hier werden auch an den nächsten Sonntagen keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden, und im Moment fühlt sich das für mich auch noch richtig an.

 

Das Osterfest liegt hinter uns, und wir haben auch ohne Kirchgang viele Möglichkeiten gefunden, wie wir Auferstehung erleben können:

Oster-Überraschungen für die Kindergartenkinder vor der Haustür, Osterlichter in den Briefkästen und an den Fenstern, Osternacht-Streaming am Bildschirm zuhause, Orgeltöne aus dem Lautsprecher, Posaunenklänge und Gesang auf dem Balkon, auf dem Friedhof und vor der Kirche, bunte Osterbotschaften auf Steinen am Wegrand – und so vieles mehr. Dieses Ostern war vieleicht dichter am ersten Auferstehungsgeschehen dran als alle anderen Osterfeste, die wir bisher gefeiert haben.

 

Ein kleiner Auszug aus der heutigen Predigt:

Ostern – das ist ja eben gerade nicht „normal“. Ostern: Das war damals das absolute Ende des Bekannten. Das war ein ganz neuer Anfang. Etwas noch nie Dagewesenes. Wir dagegen, wir wissen doch schon am Karfreitag, dass dieser Jesus nicht für immer tot sein wird. Sonst könnten wir den Karfreitag gar nicht so zelebrieren, wie wir das jedes Jahr tun.

Für die Jüngerinnen und Jünger von Jesus war es damals völlig anders. Und deshalb, glaube ich, hat es auch etwas Gutes, dass dieses Ostern auch völlig anders war als all die liebgewordenen Traditionen. Deshalb ist es gut, dass wir neue Wege suchen mussten und sie auch gefunden haben, dieses Osterfest zu feiern. Ostern ist anders. Ostern ist neu.

 

Die ganze Predigt samt Liturgie findet sich hier:

https://ev-kirche-reilingen.de/gottesdienst-fuer-zuhause-quasimodogeniti-19-04-2020/

 

Manches hat vielleicht auch nicht so geklappt wie geplant, aber gerade dabei ist viel Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden. Ein Zeichen der Zusammengehörigkeit konnten wir auch in der Ökumene senden, im gegenseitigen Austausch der Osterkerze.

Unsere neue Osterkerze, die von Gemeindereferent Torsten Gut gestaltet wurde, ist der heutige Bildgruß vom Altar unserer Kirche:

 

 

Es ist ganz rechts das leere Grab darauf zu sehen, am frühen Ostermorgen. Darin Alpha und Omega als Zeichen für Christus, der in allen Anfängen und bei allen scheinbaren Endpunkten an unserer Seite ist. Und weiter links sehen wir zwei Frauen, die vom Grab weglaufen. Während die eine zurückblickt in das Dunkel des Grabes, blickt die andere nach vorne in das helle, warme Licht der Ostersonne. In beiden finden wir uns wieder, denn wir bewegen uns momentan zwischen Angst und Zuversicht, zwischen Trauer um Verlorenes und Vorfreude auf völlig Neues.

Das Motiv ist ein Panoramabild: Egal, aus welcher Perspektive wir auf die Kerze schauen, wir können das Bild mit unserem Blick nie ganz erfassen, ein Teil bleibt unserem Blick entzogen.

Das ist das Thema des heutigen Sonntags: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ sagt Jesus im Evangelium zum sogenannten Zweifler Thomas. Der Hebräerbrief formuliert es mit unserem neuen Schaukastenspruch so:

 

 

Jetzt steht die Osterkerze in unserer evangelischen Kirche, auch wenn wir sie nicht sehen und das wärmende Licht der Kerze nicht spüren können. Sie wartet darauf, dass wir wieder die Kerzen unserer Täuflinge und die Gedenklichter für unsere Verstorbenen daran entzünden. Ich hoffe wirklich sehr und glaube fest, dass wir das bald wieder können.

Bis dahin machen wir das Beste aus unserer Situation und bitten Gott um die Gewissheit, dass sein Licht immer für uns leuchtet und uns begleitet.

Eine gesegnete Osterzeit auch allen – bitte leitet den Gruß an eure Gruppen und Kreise weiter!

 

Herzlich grüßt

 

Ihre / Eure

 

Eva Leonhardt